21st April 2025

Elektrotechnische Planung von Rechenzentren: ein vollständiger Leitfaden für 2026

Table of Contents

Elektrische Systeme bestimmen, ob ein Rechenzentrum unter realen Lastbedingungen sicher, kontinuierlich und effizient betrieben werden kann. Da KI-Workloads, höhere Rack-Dichten und strengere Energievorgaben die Anforderungen an die Strominfrastruktur erhöhen, benötigen Planungsteams mehr als eine reine Kapazitätsplanung. Sie brauchen eine elektrotechnische Strategie, die Resilienz, Skalierbarkeit, Compliance und Lebenszykluskosten in Einklang bringt.

In diesem Artikel erläutert gbc engineers die wichtigsten Komponenten und Best Practices der elektrotechnischen Planung von Rechenzentren im Jahr 2026. Der Leitfaden behandelt Stromversorgungsketten, Schaltanlagen, Transformatoren, USV-Systeme, Rack-Verteilung, Redundanzkonzepte und die Normen, die eine zuverlässige Rechenzentrumsrealisierung beeinflussen.

Was bedeutet elektrotechnische Planung von Rechenzentren?

Die elektrotechnische Planung von Rechenzentren umfasst das gesamte System aus Komponenten und Infrastruktur, das eine zuverlässige, effiziente und redundante Stromversorgung sicherstellt, vom Anschluss an das öffentliche Stromnetz bis zu den einzelnen Anschlüssen der IT-Geräte. Sie wird durch internationale Normen (IEC, IEEE), regionale Regelwerke (EU Ecodesign, NEC) sowie rechenzentrumsspezifische Rahmenwerke (EN 50600, ANSI/TIA-942, Uptime Institute Tier Standard) geprägt.

Die Stromversorgungskette im Rechenzentrum

Der Strom fließt über eine klar definierte Kette vom Versorgungsunternehmen bis zur IT-Ausrüstung. Das Verständnis jeder Stufe ist entscheidend, um eine zuverlässige und normenkonforme elektrische Infrastruktur zu planen:

Stufe

Wichtige Ausrüstung

Primäre Norm

Netzanschluss

Mittelspannungsschaltanlage, Abrechnungszählung, Schutzrelais

IEC 62271-200/201; lokale Anforderungen des Verteilnetzbetreibers

Abwärtstransformation

MS/NS-Trockentransformatoren

IEC 60076-11; EU-Ecodesign-Verordnung 2019/1783

Niederspannungsverteilung

NS-Schaltanlagen, ATS/STS, Stromschienen

IEC 61439-1/2; IEC 60364-Reihe

Stromkonditionierung

Doppelwandler-USV (VFI)

IEC 62040-1/2/3

Flächenverteilung

PDUs, RPPs, Stromschienensysteme

IEC 61439-6; IEC 62271-1

Rack-Stromversorgung

Rack PDUs (rPDUs)

IEC 60884; IEC 60309 (EU)

 

1. Mittelspannungsschaltanlagen und MS/NS-Transformatoren

Mittelspannungsschaltanlagen bilden den Eintrittspunkt der Netzstromversorgung in das Rechenzentrum und werden typischerweise in Anlagen mit IT-Lasten von mehr als 1 MW eingesetzt. Sie steuern die Stromverteilung zur internen Infrastruktur des Gebäudes über abwärtsregelnde MS/NS-Transformatoren.

Standardmäßige Mittelspannungsebenen

Region

Übliche Mittelspannungs-Verteilungsspannungen

Norm

Europa

10 kV, 11 kV, 20 kV, 22 kV (länderabhängig)

IEC 62271-200; CENELEC EN 62271

Nordamerika

12,47 kV, 13,8 kV, 25 kV

IEEE C37-Reihe; NEC NFPA 70

Südostasien

11 kV, 22 kV, 33 kV (länderabhängig)

IEC 62271-200 oder nationale Anpassungen

Singapur

22 kV (Standard-Verteilungsspannung der SP Group)

SS 638; IEC 62271

 

Wichtige Komponenten von Mittelspannungsschaltanlagen

  • Leistungsschalter: Vakuum-Leistungsschalter (VCBs) sind heute Standard für Mittelspannungsanwendungen im Innenbereich. In Europa legt die EU-Verordnung 2024/573 stufenweise Beschränkungen für neue fluorierte Gasschaltanlagen nach Spannungsklassen fest. Projektteams sollten daher die konkrete Frist für den gewählten MS- oder HS-Bereich prüfen, anstatt von einem allgemeinen „Phase-out“-Datum auszugehen.
  • Schutzrelais: Digitale Schutzrelais (z. B. Siemens SIPROTEC, ABB REF615) für Überstrom-, Erdschluss- und Differentialschutz.
  •  Überspannungsableiter: Metalloxid-Varistoren (MOVs) gemäß IEC 60099-4 zum Überspannungsschutz.
  •  Messung: Abrechnungsfähige Energiezähler für die Abrechnung mit dem Versorger und die PUE-Berechnung der Anlage.

EU-F-Gas-Verordnung 2024/573: Zeitplan für den SF₆-Ausstieg

Frist

Beschränkung

Ab 1. Januar 2026

Keine neuen elektrischen Mittelspannungsschaltanlagen für die Primär- und Sekundärverteilung bis einschließlich 24 kV, die die beschränkten fluorierten Gase verwenden

Ab 1. Januar 2028

Beschränkungen werden auf bestimmte Hochspannungsschaltanlagen von 52 kV bis einschließlich 145 kV ausgeweitet (gemäß den detaillierten Bedingungen der Verordnung)

Ab 1. Januar 2030

Beschränkungen werden auf neue Mittelspannungsschaltanlagen über 24 kV bis einschließlich 52 kV ausgeweitet

 

MS/NS-Gießharz-Trockentransformatoren sind Standard für Innenanwendungen in Rechenzentren (IEC 60076-11). Sie müssen die Mindestwirkungsgrade der EU-Ecodesign-Verordnung 2019/1783 erfüllen (Tier 2, gültig seit Juli 2021). Künftige Änderungen der Transformator-Effizienzanforderungen sollten projektbezogen geprüft und nicht aus früheren Entwurfsständen abgeleitet werden.

Weiterlesen: Top 5 der größten Rechenzentren der Welt im Jahr 2026

2. Niederspannungsschaltanlagen und automatische Umschalteinrichtungen (ATS)

Niederspannungshauptverteilungen verteilen den Strom von den Sekundäranschlüssen der MS/NS-Transformatoren (oder in kleineren Anlagen direkt von NS-Generatoren) zu USV-Systemen, Unterverteilungen und HLK-Anlagen. Sie müssen IEC 61439-1 (allgemeine Anforderungen) und IEC 61439-2 (Energie-Schaltgerätekombinationen) erfüllen.

Standardmäßige Niederspannungs-Verteilungsspannungen: 400V/230V (50 Hz) in Europa; 480V/277V (60 Hz) in Nordamerika; 415V/240V (50 Hz) in Singapur, Malaysia und Australien.

Nationale Umsetzungen der IEC 60364

  • Deutschland: DIN VDE 0100-Reihe
  • Niederlande: NEN 1010
  • Vereinigtes Königreich: BS 7671 (IET Wiring Regulations, 18. Ausgabe + Amendment 2, 2022)
  • Frankreich: NFC 15-100
  • Singapur: SS 638 (Code of Practice for Electrical Installations, basierend auf IEC 60364)
  • Malaysia: MS IEC 60364 (direkte Übernahme der IEC 60364)

Die automatische Umschalteinrichtung (ATS) oder statische Umschalteinrichtung (STS) ermöglicht den automatischen Wechsel zwischen Normal- und Ersatzstrompfad. STS-Einheiten mit Thyristoren (SCRs) erreichen Umschaltzeiten von unter 4 ms, also weniger als eine Viertelperiode bei 50 Hz (= 5 ms), wodurch eine für angeschlossene IT-Geräte wahrnehmbare Stromunterbrechung praktisch vermieden wird. Die ATS/STS-Planung muss einen Break-before-make-Betrieb sicherstellen, um eine Rückspeisung in Generatoren zu verhindern.

3. Systeme zur unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV)

Moderne USV-Systeme in Rechenzentren nutzen überwiegend die Doppelwandler-Topologie (VFI). Wichtige Technologietrends für 2026 sind:

Batterietechnologie: Li-Ionen verdrängen VRLA

Batterietyp

Typische Lebensdauer (Rechenzentrumsbedingungen)

Wichtige Eigenschaften

VRLA (AGM / Gel)

3-5 Jahre (Rechenzentrumstemperaturen)

Geringere Anfangskosten; ausgereifte Technologie; schwer

Lithium-Ionen (NMC / LFP)

8-12 Jahre (laut Herstellerangaben)

Geringerer Platzbedarf; leichter; BMS erforderlich; Brandrisikomanagement gemäß IEC 62619

Lithium-Eisenphosphat (LFP)

10-15 Jahre (verbesserte thermische Stabilität)

Aus Sicherheitsgründen bevorzugt; geringere Energiedichte als NMC; wachsender Marktanteil

 

Wichtig: Lithium-Ionen-Batterieanlagen erfordern aufgrund des Risikos eines thermischen Durchgehens zusätzliche brandschutztechnische Planungsüberlegungen. IEC 62619:2022 (Sicherheitsanforderungen an sekundäre Lithiumzellen und -batterien für stationäre Anwendungen) und IEC 62933-5-2 (Elektrische Energiespeichersysteme: Sicherheitsanforderungen an netzintegrierte Energiespeicher) bilden den maßgeblichen Sicherheitsrahmen. Die Planung von Brandunterdrückungssystemen muss auf die Kompatibilität mit der jeweiligen Lithium-Ionen-Batteriechemie geprüft werden.

USV-Redundanzkonfigurationen

Konfiguration

Beschreibung

Tier-Zuordnung

Hinweise

N (keine Redundanz)

Einzelne USV für volle Last dimensioniert

Tier I / II

Kein Schutz gegen USV-Ausfall

N+1

Ein zusätzliches Modul parallel

Tier III

Ausfall eines einzelnen Moduls toleriert; Hot-Swap-Wartung

2N

Zwei vollständig unabhängige USV-Systeme (A- und B-Pfad)

Tier III / IV

Vollständige A+B-Dual-Bus-Architektur; keine gemeinsame Komponente

2(N+1)

Zwei unabhängige N+1-Systeme

Tier IV+

Maximale Resilienz; eingesetzt für nationale kritische Infrastruktur

 

4. PDUs, Stromschienensysteme und Rack-Stromverteilung

Power Distribution Units (PDUs) und Remote Power Panels (RPPs)

PDUs verteilen den Strom vom USV-Ausgang zu IT-Racks und mechanischen Verbrauchern. Eine typische PDU-Einheit in einem Rechenzentrum umfasst:

  • Haupteingangs-Leistungsschalter (ACB oder MCCB)
  • Abwärtstransformator (wenn eine Spannungsumwandlung erforderlich ist, z. B. 480V → 208V in Nordamerika)
  • Abgangsverteilung mit Leitungsschutzschaltern oder Sicherungen für den Schutz einzelner Stromkreise
  • Überspannungsschutzgeräte (SPDs) gemäß IEC 61643-11 Kategorie C
  • Netzwerkfähiges Mess- und Überwachungsmodul (SNMP/Modbus)

PDU-Leistungsgrößen liegen bei bodenmontierten Einheiten typischerweise zwischen 50 kVA und 500 kVA. Der Branchentrend geht zu höheren Verteilungsspannungen am PDU-Ausgang, etwa 415V dreiphasig in Europa und 480V in Nordamerika, um Verteilströme zu reduzieren, Kabelverluste zu minimieren und die Effizienz zu verbessern.

Stromschienen- bzw. Busway-Systeme

Stromschienensysteme, nach IEC 61439-6 in Bereichen von 250 A bis 6300 A ausgelegt, ermöglichen eine modulare und vor Ort rekonfigurierbare Stromverteilung. Überkopf-Stromschieneninstallationen (IP54 für Rechenzentrumsumgebungen) erlauben Erweiterungen und Umkonfigurationen der Stromversorgung ohne elektrische Abschaltung und reduzieren damit Betriebsrisiken bei Änderungen im laufenden Betrieb. Steckbare Abgangseinheiten mit integriertem Überstromschutz können hinzugefügt oder neu positioniert werden, ohne die Stromschiene spannungsfrei zu schalten.

Rack PDUs (rPDUs)

Typ

Überwachungsniveau

Typische Anwendung

Basic

Keine

Kostensensitive Implementierungen; keine Kapazitätstransparenz

Metered (Eingang)

Eingangsstrom/Leistung/Energie

Standard im Enterprise-Bereich; Kapazitätsmanagement auf Stromkreisebene

Monitored (Ausgang)

Strom/Leistung pro Ausgang

High-Density-Implementierungen; granulare Kapazitätsplanung

Switched (Ausgang)

Schalten und Überwachen pro Ausgang

Remote-Neustart; Power-Cycling; maximale Betriebskontrolle

 

KI-Workloads mit hoher Leistungsdichte treiben die Einführung dreiphasiger rPDUs mit 60 A und 100 A voran, im Vergleich zu klassischen einphasigen 16-32-A-Systemen, um Racks mit mehr als 30-100 kW zu versorgen. Verriegelbare IEC-60309-„Commando“-Steckverbinder sind Standard für rPDU-Eingänge in europäischen Rechenzentren; NEMA L6-30P- und L21-30P-Steckverbinder sind in nordamerikanischen Anlagen verbreitet.

Weiterlesen: Gebrauchstauglichkeit von Rechenzentren für KI: Vibration und Durchbiegung (2026)

 

5. A+B-Architektur mit zwei Strompfaden

Ein Kernmerkmal der elektrotechnischen Planung von Tier-III- und Tier-IV-Rechenzentren ist die A+B-Architektur mit doppelter Stromversorgung. Jede kritische IT-Komponente wird gleichzeitig über zwei vollständig unabhängige Strompfade versorgt (Pfad A und Pfad B), die jeweils aus unabhängigen Netzanschlüssen, Transformatoren, USV-Systemen und PDUs gespeist werden.

IT-Geräte mit doppelt redundanten Netzteilen (PSUs), die bei Enterprise-Servern, Storage-Arrays und Netzwerkgeräten Standard sind, werden gleichzeitig an Pfad A und Pfad B angeschlossen. Die Last sollte pro Pfad bei etwa 40-50 % der Nennkapazität liegen, damit genügend Reserve vorhanden ist, falls Pfad B bei einem vollständigen Ausfall von Pfad A die gesamte Last übernehmen muss.

Best Practices für die elektrotechnische Planung von Rechenzentren 2026

  • Redundanz passend zur Tier-Zielklasse dimensionieren: N+1 für Tier III; 2N für Tier IV. Überdimensionierung erhöht Investitions- und Betriebskosten, während Unterdimensionierung Risiken erzeugt.
  • Skalierbarkeit einplanen: Modulare USV- und Schaltanlagenarchitekturen ermöglichen schrittweise Kapazitätserweiterungen bei wachsender IT-Last und vermeiden den vollständigen Austausch elektrischer Systeme bei Erweiterungen.
  •  Energieeffizienz maximieren: Für neue Anlagen sollte ein PUE von ≤1,4 angestrebt werden. Hoch effiziente USV-Systeme, Transformatoren mit Premium-Wirkungsgrad und digitale Monitoring- bzw. DCIM-Tools unterstützen die Echtzeitoptimierung der Stromnutzung. Diese Plattformen unterstützen Reporting und Betriebskontrolle deutlich, ersetzen jedoch nicht die gesetzlichen Berichtspflichten nach Artikel 12 der EU-Regelungen.
  •  SF₆-freie Mittelspannungsschaltanlagen einsetzen: Vakuum- oder SF₆-freie Alternativen (z. B. ABB SafeAir, Schneider Electric EvoPacT) spezifizieren, um den Zeitplan der EU-F-Gas-Verordnung 2024/573 einzuhalten und neue europäische Anlagen zukunftssicher zu machen.
  •  Migration zu Li-Ionen-USV-Batterien planen: Li-Ionen-Batterien, insbesondere LFP-Chemie, sollten bei Neuanlagen und größeren USV-Erneuerungen als Standardtechnologie bewertet werden, da sie bessere Lebenszykluskosten und einen geringeren Flächenbedarf bieten.
  •  DCIM von Anfang an implementieren: Data Center Infrastructure Management Software sollte Echtzeittransparenz über die Auslastung der Stromkapazität und Alarme auf allen Ebenen bieten, vom Netzanschluss bis zur Steckdose. Dies ist eine wichtige Best Practice für die Betriebskontrolle und zur Unterstützung von EU-Reporting, jedoch schreibt Artikel 12 der EU keine bestimmte Softwareplattform verpflichtend vor.
  •  Geltende Normen einhalten: IEC 60364 (Niederspannungsanlagen), IEC 62040 (USV), IEC 61439 (Schaltgerätekombinationen), EN 50600-2-2 (Stromversorgung für Rechenzentren), ANSI/TIA-942 (Nordamerika) und Uptime Institute Tier Standard. Inbetriebnahmeprüfungen sollten gemäß NFPA 70B oder einer gleichwertigen Vorgabe durchgeführt werden.

Weiterlesen: Die 10 wichtigsten Rechenzentrumszertifizierungen für Ihre Karriere 2026

 

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Fazit

Die elektrotechnische Planung von Rechenzentren im Jahr 2026 wird von drei zusammenwirkenden Entwicklungen geprägt: der KI-getriebenen Nachfrage nach höheren Leistungsdichten, zunehmenden Nachhaltigkeits- und Energieeffizienzvorgaben, insbesondere in der EU, sowie dem Übergang zu Technologien der nächsten Generation wie Li-Ionen-USV-Batterien, SF₆-freien Schaltanlagen und modularen Stromversorgungsarchitekturen.

Eine robuste elektrotechnische Planung, die Mittelspannungsschaltanlagen, Abwärtstransformatoren, Niederspannungsverteilung, Doppelwandler-USV-Systeme, A+B-PDU-Verteilung und intelligente rPDUs korrekt integriert, bildet die Grundlage der betrieblichen Resilienz für jedes Rechenzentrum von Tier I bis Tier IV.

Bei gbc engineers unterstützen unsere Teams Rechenzentrumsprojekte durch Tragwerksplanung, BIM und technische Koordination mit Elektro- und TGA-Beteiligten. Dadurch können Kunden die Anforderungen an die Strominfrastruktur mit Ausführbarkeit, Resilienz und langfristiger Erweiterungsplanung abstimmen.

Häufig gestellte Fragen

Welche USV-Topologie wird für Rechenzentren empfohlen?

Online-Doppelwandler-USV (VFI: Voltage and Frequency Independent gemäß IEC 62040-3) ist die Standardtopologie für Tier-III- und Tier-IV-Rechenzentren. Sie bietet das höchste Niveau der Stromkonditionierung und isoliert die IT-Last vollständig von Netzstörungen. Modulare Doppelwandler-USV-Systeme, bei denen einzelne Leistungsmodule im laufenden Betrieb austauschbar sind, dominieren heute die Architektur neuer Rechenzentrumsprojekte.

Was ist PUE und welcher Zielwert ist sinnvoll?

PUE (Power Usage Effectiveness) = Gesamtenergieverbrauch der Anlage ÷ Energieverbrauch der IT-Ausrüstung. Ein niedrigerer PUE-Wert weist auf eine höhere Energieeffizienz hin. Zielwerte: Hyperscale-Anlagen 1,08-1,12; neue Enterprise-/Colocation-Anlagen der Tier-III-Klasse ≤1,4; neue Anlagen gemäß EU Data Centre Code of Conduct ≤1,3. Der globale Durchschnitt für Colocation-Rechenzentren liegt bei etwa 1,45-1,58 (Uptime Institute, 2024).

Welche elektrotechnischen Normen gelten für Rechenzentren in Europa?

Zu den wichtigsten europäischen Standards gehören IEC 60364, IEC 61439, IEC 62040, EN 50600-2-2, die EU-Ecodesign-Verordnung 2019/1783 und die EU-F-Gas-Verordnung 2024/573.

 

Über uns

gbc engineers ist ein international tätiges Ingenieurbüro mit Standorten in Deutschland, Polen und Vietnam und hat weltweit bereits über 10.000 Projekte realisiert. Wir bieten Leistungen in den Bereichen Tragwerksplanung, Rechenzentrumsplanung, Infrastruktur- und Brückenbau, BIM & Scan-to-BIM sowie Projekt- und Baumanagement an. Durch die Verbindung deutscher Ingenieurqualität mit internationaler Expertise schaffen wir für unsere Auftraggeber nachhaltige, sichere und effiziente Lösungen.